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Charakterstrukturen


Die geäußerte Energie zeigt oft wenig von dem, was an lebendigen Lebenskräften

hintergründig, unbewusst am Werk ist. Es ist wichtig wahrzunehmen, welche Haltungen, verinnerlichte Maßnahmen dem jetzigen Leben dienlich sind oder als alte Relikte gegen

das heutige Dasein gerichtet sind.

Mit Hilfe der Bioenergetischen Charakterarbeit werden „Errungenschaften“, die früher als notwendige Abwehrreaktionen gegen zum Beispiel schmerzliche Einflüsse auf die Person entstanden sind, spürbar, erkennbar gemacht. 

Es wird  die Bereitschaft gefördert, Verkrustungen aufzubrechen und dadurch alte Blockierungen abzubauen. Die Neugierde auf die ungebremste Lebenskraft, das "Dynamische" hinter den Blockaden wird geweckt.

Das Seelische hat im Körper seine Entsprechungen und kommt im Körper zum Ausdruck. Der Charakter legt somit die Lebensgeschichte fest.

Unter ungünstigen Lebenskonstellationen durfte sich die Lebendigkeit im Körper nur wenig Raum verschaffen. Die Seele verkümmerte, die Einheit von Körper und Seele ist gestört. Statt strömender Lebendigkeit erlebt dieser Mensch Stress, Unzufriedenheit, Depression und unbewusstes Getrieben-Sein.

Lebensprozesse stellen sich aus bioenergetischer Sicht in vier Phasen dar:


1. Bejahen
2. Nehmen    
3. Halten
4. Geben

Charakterstrukturen beschreiben energetische Störungen der Persönlichkeitsentwicklung in einer oder mehrerer der vier Phasen:

Bejahung ist der Antrieb jeden gesunden Lebensprozesses (Urvertrauen).

Im Nehmen tanken wir genügend Energie auf (auch gefühlsmäßige Sättigung), um das Leben tatkräftig gestalten zu können.

Durch das Haltevermögen sammeln und speichern wir Kraft.

Im Geben sind wir dann in der Lage uns in Liebe hinzuzugeben, zu teilen, und abzugeben.

Zusammengefasst bedeutet dies folgendes:

Sind die vom Säugling ausgehenden Lebensimpulse bejaht worden, hat er genug bekommen und ausreichend Kräfte gespeichert, dann kann er sich hingeben.

Er hat so viel Lebenssubstanz entwickelt, um ausgeglichen und freigiebig in Kontakt mit „der Welt“ zu treten.

Ein Kind entwickelt sich in einer bejahenden Umwelt mehr und mehr, in dem es sich seiner Rechte immer bewusster wird.

Den Entwicklungsschritten entsprechend steht das Recht zu existieren, seine Bedürfnisse zu befriedigen, selbständig und unabhängig zu sein,.. im Mittelpunkt der Entwicklung.

Dieser beschriebene optimale Entwicklungsverlauf stellt sich nur dann so da, wenn keine frühen Störungen die Persönlichkeitsentwicklung gravierend beeinflusst haben. In der Auseinandersetzung zwischen Triebstruktur und gesellschaftlicher Realität, zwischen „Innen-und Außenwelt“, kommt es je nach Entwicklungsverlauf zu bestimmten, charakterlichen Manifestationen, Verspannungen und Blockierungen der Muskulatur:

z.B.: wird ein Säugling, der sein Verlangen nach Zuwendung und Zärtlichkeit durch Schreien ausdrückt, immer wieder die Erfahrung machen, dass dieses Bedürfnis gar nicht oder negativ beantwortet wird, wird er beginnen sein Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Zuwendung zu unterdrücken. Er hält z.b. die Luft an, beisst auf die Zähne, spannt den Bauch hart an. Aus Angst vor erneuter Ablehnung und / oder Schmerz der Verlassenheit entwickelt sich als Schutzreaktion ein Muskelpanzer.

Funktionen von Schutz- und Abwehrmechanismen

I.   Ich-Schicht: Leugnen, Misstrauen, Schuldabwälzen, Projizieren, Rationalisieren

II:  Muskelschicht: Chronische Muskelverspannungen

III. Emotionale Schicht: Wut, Hass, Furcht, Schmerz, Verzweiflung, Scham


IV.  Kern: Liebe, Herz


In der Bioenergetischen Körperarbeit werden diese, vorwiegend in der frühen Kindheit
( bis zum 8.Lebensjahr) entstandenen Abwehr- und Schutzreaktionen, offen gelegt und in ihrer lebenseinschränkenden Wirkung gemindert bzw. abgebaut.