Körperhaltungen
A: Gesunde Körperhaltung durch leicht gebeugte Knie ("Aufrechte Haltung")
B: Probleme im unteren Rücken durch durchgedrückte Knie
C: Probleme im oberen Rücken durch vorgeschobenes Becken

Die verschiedenen Körperhaltungen möchte ich hier
beschreiben:
A: Die linke Figur nimmt eine ziemlich normale, gesunde Haltung ein.
Die Knie sind leicht gebeugt, und das Becken ist >>frei<<, das heißt, es ist nicht in einer festen Position verkrampft. Bei dieser Körperhaltung wird der Druck an die Knie weitergegeben, die wie Stoßdämpfer wirken und wenn der Druck zu groß wird, werden die Knie nachgeben, also einknicken. Das kommt jedoch nur selten vor. Da ein Mensch, der in dieser Haltung steht, keine Angst vor dem Fallen hat, fürchtet er sich auch nicht davor, den Rückzug anzutreten: Wird der Druck / Stress unerträglich, zieht er sich einfach aus der heiklen Situation zurück und lässt lieber eine Beziehung zusammenbrechen als seinen Körper.
B: Die mittlere Figur steht mit durchgedrückten Knien da.
In diesem Fall funktioniert der untere Teil des Körpers einschließlich des Beckens als starres Fundament. Die Position sagt uns, dass derjenige sehr unsicher ist und ein starres Fundament als Stütze braucht.
Die Wirkung der Position besteht darin, dass der gesamte Stress auf die Lenden-Kreuzbein-Gegend konzentriert wird. Infolgedessen werden die Muskeln dieser Partie sehr stark angespannt. Da der Betreffende unter fortwährendem Stress steht, kann jeder größere zusätzliche Stress dazu führen, dass der Rücken an dieser Stelle kollabiert. Außerdem führt die Kontraktion der Lenden-Kreuzbein-Muskeln zur Überbeanspruchung der Bänder und Knochen der Wirbelgelenke.Diese Überbeanspruchung kann ein arthritisches Leiden hervorrufen.
C: Die rechte Figur hat eine ganz andere Haltung.
Der obere Teil des Rückens ist gekrümmt, als müsste er ständig eine schwere Bürde tragen. Die Knie sind gebeugt, was aber durch das leicht vorgeschobene Becken wettgemacht wird. Bei dieser Haltung hat sich der Stress nicht auf die Lenden-Kreuzbein-Gegend, sondern auf den ganzen Rücken ausgewirkt, und dieser ist zusammengebrochen. Es ist die typische Haltung des masochistischen Charakters, der sich dem Stress unterwirft, statt ihm standzuhalten. Der Schutz, den die Position dem unteren Teil des Rückens bietet, geht zu lasten der gesamten Persönlichkeit. Sie wird versagen, wenn der Betroffene eine Anstrengung unternimmt, starke Spannungen im unteren Rücken standzuhalten und sich zu wehren. In diesem Fall spürt man starke Spannungen im unteren Rücken.

beschreiben:
Methoden
Übungsformen der Bioenergetik
Stress-Positionen:
Das sind bestimmte, anfangs unbequeme Körperhaltungen, die so lange
wie möglich eingehalten werden; dabei kommt es u.a. zur vertieften
Atmung, guter Durchblutung und zum Vibrieren der belasteten Körper-
partien, wo sich der verfestigte Muskelpanzer löst und die Energie
wieder frei strömt >> zum Beispiel >> Der Bogen
Erdungsübungen (Grounding):
Bei diesen Übungen stellt man bewusst den Kontakt mit dem Boden her und nimmt diesen Kontakt wahr, also lernt wieder, mit “beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität und im Leben zu stehen“, verwurzelt im Inneren durch Wahrnehmung, Gefühl, Gedanken und in Beziehung zu anderen Menschen.

Tiefenatmung:
U. a. mit Hilfe von Atemhocker, Schaumstoffwürfel und begleiteten Atem- und Stimmübungen. Die richtige Atmung (Bauchatmung, über die Nase einatmend), wird aktiviert.
Bewegungs- und Ausdrucksübungen:
Der Körper wird beweglicher. Ausdrucksübungen bestehen u.a. in Strampeln, Treten, Stoßen mit Händen und Füßen, Schlagen mit Hilfsmitteln wie (Tennisschläger, Stock, Handtuch) auf Matraze oder Schaumstoffwürfel, wobei Gefühle (wie Aggressionen, Wut, Trauer), die lange unterdrückt wurden, ausgelöst und befreiend abreagiert werden können. Auch werden oft Erinnerungen, Bilder und Fantasien aus sehr frühen Jahren an die Oberfläche gebracht.
Fallübungen:
Sie bewirken, dass vorübergehend die Selbstkontrolle durch den Verstand ausgeschaltet werden kann und die damit verbundenen Verspannungen sich spontan lösen.
Massageähnliche Anwendungen / Techniken:
Einwirkungen am Muskelpanzer und einzelnen Muskeln / Verspannungen lösen diese auf. Diese Massage arbeitet auch mit gezieltem, äußerem Druck, bis sich die blockierte Energie schließlich, wenn der Druck zu stark wird, spontan entlädt.

Die "Bioenergetische Körperarbeit"
wird von seelischen Reaktionen begleitet, weil mit der Lösung der Energieblockaden auch lange verdrängte, im Muskelpanzer „eingefrorene“ Gefühle und schmerzhafte Erinnerungen befreit werden. Sobald sich der Mensch seines Körpers bewusst/er wird, gewinnt er ein neues Verhältnis zu sich selbst und findet Wege zu mehr Ausgeglichen-heit und Wohlbefinden.
Über Atmung und Bewegung drücken sich Gefühle körperlich aus, durch Anspannen der Muskulatur und Einschränken der Atmung werden diese kontrolliert. Die Bioenergetik verwendet Körpertechniken, die eine tiefe und ungehinderte Atmung wieder herstellen, sowie viele und effektive Bewegungs- und Ausdrucksübungen, die lange festgehaltene Emotionen wiederbeleben, dem Bewusstsein erneut erfahrbar machen.
Das Wahrnehmen und Lösen belastender Energieblockaden führt letztendlich zu mehr Lebensfreude und selbstbestimmtem Handeln.
Die in der therapeutischen Arbeit gemachten / erlebten Erfahrungen werden gemeinsam analysiert und besprochen. Dabei entsteht immer mehr und mehr Verständnis für die eigene Lebensgeschichte und somit wird auch der Bezug zum individuellen Alltags-erleben klarer und fassbarer.
Das weiter entwickelte Körperbewusstsein hilft dabei im Alltag über das Körpergefühl (z.B. „aus dem Bauch heraus“) angemessen zu handeln.
So kann sich in der Regel ein tieferes Bewusstsein und mehr Verständnis für die eigene Persönlichkeit entwickeln und die eigene Kraft, die früher in den Muskelverspannungen gebunden war, steht wieder „zur Lebensgestaltung“ zur Verfügung.